Travel & Events

#Russland. Ein Wiedersehen nach 28 Jahren…

März 17, 2017

Wo bin ich geboren…

Es sind bereits drei Wochen seit meiner Rückkehr aus Russland vergangen! Ja, ich habe es nach 28 Jahren endlich geschafft in das Land meiner Wurzeln zurückzukehren! In Sibirien am Baikalsee bin ich geboren, habe jedoch meine Kindheit nahe China im Ost-Westen des Landes verbracht. Meine Eltern haben an dem bis heute größten Bauprojekt (BAM) Russlands mitgewirkt. An was erinnere ich mich aus meiner Kindheit? An den eiskalten Winter (-45°C), so viel Schnee, dass ich beim verlassen des Hauses, wir wohnten in so einer Art Wagon, bis zum Oberkörper eintauchte. An unsere Kleidung, die wir zwiebelschichtig auftrugen – das war kein modisches Statement, sondern überlebenswichtig! An die wunderschöne Schneelandschaft und weiße, wie in Kristalle gehüllte Bäume. Das Gefühl, als würde ich beim Einatmen keine Luft bekommen. An den azurblauen Himmel ohne eine einzige Wolke. An den kurzen, aber sehr heißen Sommer. An das eiskalte Bergwasser in den Flüssen, in welchem wir als Kinder versuchten zu schwimmen, was bei derart starker Strömung nicht einfach und auch nicht ungefährlich war.  An das Lachsfischen mit meinem Vater und an die Taiga. Ein dichter undurchdringlicher Wald, durch den du nur mühselig vorankamst. Und dann waren da noch diese Farben im Herbst! Rot-gelb-grüne atemberaubende Landschaften! Ich hatte eine schöne Kindheit mit wenig Fernsehen. Meine Familie ist mittlerweile sowohl in Russland als auch im Ausland verstreut. Als einzige mit deutschen Wurzeln väterlicherseits bin ich dann irgendwann nach Deutschland übergesiedelt und seitdem nicht mehr nach Russland zurückgekehrt. Beinahe 3 Jahrzehnte vergingen bis meine Cousinen, meine Schwester und ich uns dank Skype letzten Sommer wiedergefunden haben und wir beschlossen im Winter nach Russland zu fliegen, weil ich die eisige Kälte so sehr vermisst habe.

Die Reise…

Ich fragte mich, wie würde das Land nach so vielen Jahren auf mich wirken? Wie würde ich auf die extreme Kälte reagieren?  24 Stunden später zuzüglich 8 Stunden Zeitverschiebung, war ich endlich angekommen. 10 Tage… Es fällt mir schwer mich beim Schreiben kurz zu halten, es gäbe so viel worüber ich euch erzählen könnte. Ihr werdet lachen und ich konnte es zuerst nicht glauben, denn als wir ankamen stieg die Temperatur auf 0°C und der Schnee begann zu schmelzen. Als ob die Natur mir den Aufenthalt so angenehm wie möglich gestalten wollte. Aber deswegen bin ich doch hergekommen! Während wir auf die Kälte und den Schnee warteten, musste der liebevoll vorbereitete Plan Punkt für Punkt abgearbeitet werden. Ich wollte so viel wie möglich erleben und zu sehen bekommen. An der Tagesordnung stand die Familienzusammenkunft, besuch in Museen, eine Führung durch die Stadt, Restaurants, Bars, russische Banja mit allem was dazu gehört, einkaufen auf einem kleinen Wochenmarkt, Besichtigung einer Russisch-Orthodoxen Kirche und ein Konzert.

Hat mich etwas geschockt, das ich gesehen oder erlebt hatte?  Es war ein Kontrast zu sehen, aber nicht so groß wie erwartet! Mir fielen aufwendig und nach den neuesten europäischen Standards erbaute Wohnhäuser auf, denen typisch russische Holzhütten, gegenüber standen, die noch aus ganzen Baumstämmen gebaut worden waren, Supermärkte, die so viel Auswahl an Produkten boten, zu denen ich keinen Vergleich in Deutschland fand und wiederum Geschäfte, in welchen noch Limonade-Automaten aus der Sowjet Union Zeit vorzufinden waren und die Limonade nach Wasser schmeckte. Taxifahren war sehr günstig und abenteuerlich zugleich. Fragt nicht wie die Autos aussahen! Keiner schnallte sich an, ich war vermutlich die Einzige! Wir waren häufig sehr gut Essen, aber genossen auch frisch zubereitetes von Zuhause. Was ich jetzt schon vermisse sind die tollen Tost-Reden. In der Regel wird für den Abend ein Tamada festgelegt, eine Person, die alle durch den Abend leitet und die Reihenfolge der Tost-Sprecher festlegt. Für die Anwesenden war es jedes Mal ein kleiner Wettbewerb, wer den tiefsinnigsten Tost des Abends sprach. Nächte lang schwelgten wir in unseren Kindheitserinnerungen oder erzählten uns über unser Leben nach dem wir uns aus den Augen verloren hatten. Es wurde viel Karaoke in drei Sprachen gesungen. 10 Tage, die wir von morgens bis abends zusammen verbrachten. Wir hatten so viel Spaß! Und dann kam sie doch noch, die Kälte und sie verabschiedete mich mit -30°C und viel Schnee. Mein Gesicht schmerzte und das Atmen fiel mir sehr schwer, aber genau das wollte ich doch!

Abschied…

Die Menschen, die ich traf, waren sehr freundlich. Russland zeigte sich von ihrer besten Seite! Ich könnte jetzt noch zig Seiten über die Reise schreiben, es gäbe so viel zu erzählen. Das nächste Mal werden wir über China zurückfliegen! Könnte ich euch empfehlen dorthin zu reisen? Na klar! Es ist nur weit weit weg!

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

4 Comments

  • Reply Henschel März 17, 2017 at 2:58 pm

    ❄️Toll,gut gemacht
    Gefällt mir ✈️❤

    • Reply Anjelique Juli 13, 2017 at 4:22 pm

      Elena, es war so eine tolle Reise und machen es bald wieder!!! Küsschen nach Bayern

  • Reply JENNY Juli 12, 2017 at 8:26 am

    Super geschrieben!!

    Liebste Grüße aus dem regnerischen Hamburg,
    Jenny von http://www.changeable-style.com

    • Reply Anjelique Juli 13, 2017 at 4:15 pm

      Liebe Jenny, das freut mich sehr, dass der Beitrag dir gefallen hat!
      Liebste Grüße aus dem verregneten Hamburg zurück :-), Anjelique

    Leave a Reply